Momo - 24. März 2003

Noch mehr Fragen...

Nun kocht die ganze Suppe wieder in mir hoch. Ich möchte euch etwas anderes erzählen, das wohl intensivste Erlebnis meines Lebens. Auch hier weiß ich nicht, wo ich momentan stehe und welchen Weg ich wählen soll. Es war zu einer Zeit, als Castaneda für mich unbekannt war. Es war für mich auch der Grund, weshalb ich mich später für ihn interessierte. Es hatte für mich scheinbar nicht neues, doch es schien Dinge zu erklären. Ich hatte damals bewußseinserweiternde Substanzen genommen, eine Sache die ich jetzt schon lange eingestellt habe.

Ich geriet in eine sehr reale Vision. Erst war es nur dunkel um mich. Ich kniete in der Mitte des Nichts. es war überwältigend friedlich und ruhig, aber es gab absolut nichts um mich herum und mein Verstand schien völlig zu ruhen, alles schien aus unsichtbaren, aber spürbaren Wellen zu bestehen, die sich in einem gleichmäßigen Rhytmus bewegten.

Dann entstand ein neues Bild um mich herum, es baute sich aus dem Nichts auf. Ich sah unzählige, runde Aufzüge aus einer Art Glas. Unendliche Säulen, und in jeder Säule stand ein Mensch, auf einer Art Plattform. Und es formte sich Wissen in mir, und ich wurde mir bewußt, daß die Höhe der Plattform gleichbedeutend war mit der Übereinstimmung mit den Wellen. Disharmonien führten zum Stop oder zum abwärtsfahren. Auch ich befand mich in einem solchen Aufzug und ich war eins mit den Wellen. Ich gleitete nach oben, immer schneller und schneller. Solange bis das obere Ende der Säule erreichte. Was ich dort sah, war unbeschreiblich, undefinierbar und schön. Es war Energie, eine Wolke von Frequenzen, die in unzähligen Farben leuchtete und pulsierte. Es waren noch andere Menschen dort oben. Alle bewegten sich im gleichen Rhytmus, im Rhytmus lautloser pulsiernder, gleichmäßiger Wellen. Und es bildete sich ein neues Wissen in mir. Das Wissen, daß man diese unglaubliche Energie die man spürte nicht für eigene Zwecke mißbrauchen konnte. Das Wissen, das sobald ich den Rhytmus verlassen würde, ich unweigerlich die oberte Ebene verlassen mußte. In diesem Moment wußte ich, das ein Teil von mir gegangen war. Ich wußte, das er dort bleiben würde, wenn ich ging. Es war ein Zustand vollständigen Glücks, bei dem sich etwas von mir loskatapultierte, das immer noch dort ist. nachdem ich wieder bewußt im Zimmer war, schien ich vor Energie zu pulsieren. Ich fühlte mich allem tief verbunden, es gab keine Distanzen mehr zwischen mir und den Objekten meiner Umgebung. Ich dachte mir, wenn es einen guten Zeitpunkt zum Sterben gab, dann diesen. Ich spürte, das es in diesem Leben nichts mehr geben würde, das diesen Augenblick übertrifft. Der zurückgebliebene Teil verband mich mit dem Zentrum. Er ging von meinem Zentrum zur Ebene der pulsierenden Wolke. Als ich dort oben war, war es einfach ein Manöver. Ich war mir bewußt, den Zustand nicht dauerhaft aufrechterhalten zu können. Deshalb trennte ich mich dort von einem Teil meiner selbst. Ich ließ mich zurück, um wieder zurückkehren zu können. An vielen Tagen verliere ich die Verbindung. Aber ich mache mir nichts mehr daraus. Ich habe das innere Gefühl, das ich dorthin zurückkehren werde, wenn ich einmal gehe. Ein gutes Gefühl.


Quelle: Noch mehr Fragen...
Notiz: Geändert

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